Erläuterungen zu Fachbegriffen

PGLEGESTUFE 0

  • Personen, die einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung haben, der nicht das Ausmaß der Pflegestufe I erreicht.
  • Personen, mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, bei denen der Medizinische Dienst der Krankenversicherung im Rahmen der Begutachtung nach § 18 als Folge der Krankheit oder Behinderung Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens festgestellt hat, die dauerhaft zu einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz geführt haben.

PFLEGESTUFE 1

  • Bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität: Durchschnittlich über 50 Minuten und wenigstens 2 Verrichtungen am Tag.
  • Bei hauswirtschaftlicher Hilfe: Durchschnittlich 40 Minuten täglich bei mehrfachem Bedarf in der Woche.
  • Gesamter Hilfebedarf: Durchschnittlich 1,5 Stunden

PFLEGESTUFE 2

  • Bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität: Durchschnittlich 2 Stunden, wenigstens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten.
  • Bei hauswirtschaftlicher Hilfe: Durchschnittlich 1 Stunde täglich bei mehrfachem Bedarf in der Woche.
  • Gesamter Hilfebedarf: Durchschnittlich 3 Stunden.

PFLEGESTUFE 3

  • Bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität: Durchschnittlich 4 Stunden regelmäßig täglich bei einem Bedarf rund um die Uhr.
  • Bei hauswirtschaftlicher Hilfe: Durchschnittlich 1 Stunde täglich bei mehrfachem Bedarf in der Woche.
  • Gesamter Hilfebedarf: Durchschnittlich 5 Stunden.

Zusatz Informationen:

Als Pflegezeit werden die „gewöhnlichen und regelmäßigen Verrichtungen des täglichen Lebens” aus folgenden Bereichen anerkannt: Körperpflege: Waschen, Duschen, Baden, Zahn- und Mundpflege, Kämmen, Rasieren, Haut- und Gesichtspflege, Blasen- und Darmentleerung. Ernährung: Mundgerechtes Zubereiten der Nahrung, Aufnahme der Nahrung. Mobilität: Aufstehen und Zubettgehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppen steigen, Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung z. B. für Arztbesuche oder Behördengänge, aber nicht für Spaziergänge. Hauswirtschaftliche Versorgung:

Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung, Beheizen der Wohnung. Hilfebedarf besteht, wenn einige oder alle dieser Verrichtungen von einer Pflegeperson übernommen werden müssen oder wenn der Pfegebedürftige bei den Verrichtungen folgende Hilfen benötigt: Unterstützung: z.B. um vorhandene Fähigkeiten zu erhalten oder verloren gegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen. Anleitung: Der Pflegebedürftige besitzt die körperliche Fähigkeit zur Verrichtung einer Tätigkeit, benötigt aber mündliche Anweisungen, um sie zu Ende zu führen. Beaufsichtigung: Der Pflegebedürftige kann eine Tätigkeit selbstständig durchführen, muß aber zur Vermeidung einer Selbst- oder Fremdgefährdung dabei beaufsichtigt werden.Bestimmung des Hilfebedarfs Leistungen im Rahmen der Pflegeversicherung erhalten Menschen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit einen bestimmten Hilfebedarf haben; dieser muß für voraussichtlich mindestens 6 Monate bestehen. Aber auch Pflegebedürftige, die nach Einschätzung des Arztes so schwer erkrankt sind, dass sie diese Zeitspanne nicht mehr erleben werden, haben Anspruch auf Leistungen der Pflegekassen, wenn sie mindestens die Voraussetzung der erheblichen Pflegebedürftigkeit erfüllen.Begutachtung durch den Medizinischen Dienst Der medizinische Dienst der Krankenkassen (M.D.K.) ist eine unabhängige Einrichtung, die nicht von den Pflegekassen kontrolliert wird und lediglich an die Richtlinien zur Begutachtung gebunden ist.

Jeder einzelne Gutachter des M.D.K. ist somit grundsätzlich unabhängig in seiner Beurteilung.

Als Gutachter für den M.D.K. sind sowohl Ärzte wie auch Pflegefachkräfte im Einsatz.

Nach Eingang des Antrages auf Pflegeleistung beauftragt die Pflegekasse einen Mitarbeiter des M.D.K. mit der Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Die Pflegekasse leitet dazu schon vorhandene Unterlagen des Antragstellers an den M.D.K. weiter, dieser wird - nach vorheriger schriftlicher oder telefonischer Anmeldung - einen Hausbesuch bei dem Pflegebedürftigen durchführen. Der Antragsteller hat eine Mitwirkungspflicht, d.h. er ist verpflichtet, sich in seinem Wohnbereich untersuchen zu lassen, Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden und entsprechende Unterlagen vorzulegen. Erteilt der Pflegebedürftige dazu nicht sein Einverständnis, kann ihm die Pflegekasse die beantragten Leistungen verweigern.

Nach der Begutachtung reicht der M.D.K.- Mitarbeiter seine Unterlagen mit dem entsprechenden Einstufungsvorschlag und der Begründung an die Pflegekasse weiter. Die Entscheidung, ob und in welche Pflegestufe der Antragsteller eingestuft wird, trifft die Pflegekasse. Meist hält sie sich aber an das Urteil der Gutachter.

Nach einiger Zeit erhält der Pflegebedürftige den Einstufungsbescheid und er bekommt rückwirkend ab Datum der Antragstellung die bewilligten Leistungen der Pflegekasse.

Diese bewilligten Leistungen und die Einstufung bleiben in der Regel über einen Zeitraum von einem halben Jahr verbindlich. Es kommt aber vor, dass sich der Zustand des Pflegebedürftigen innerhalb dieses Zeitraumes verschlechtert. Dann kann er jederzeit eine Höherstufung beantragen. Es setzt dann das gleiche Verfahren ein, wie bei einem Erstantrag, d.h. der M.D.K. macht erneut einen Hausbesuch und beurteilt die Gesamtpflegesituation. Da nun jeder Gutachter sich von rein subjektiven Beurteilungen nicht freisprechen kann, ist es durchaus möglich, dass bei einer erneuten Begutachtung der Hilfebedarf vom Gutachter herabgesetzt wird oder die Leistungen sogar ganz eingestellt werden.

Besuch des M.D.K. / Vorbereitung auf das Gespräch: In der Regel beruht das Gutachten des M.D.K. auf der Grundlage eines einzigen Hausbesuchs und enger vorgegebener Maßgaben und Bemessungsgrenzen; in manchen Fällen steht der Gutachter unter Zeitdruck. Eine halbe Stunde Zeit sollte für ein Gespräch schon zur Verfügung stehen. Außerdem gibt der Hausbesuch nur eine Momentaufnahme wieder, in der auch die Tagesform des Antragstellers eine große Rolle spielt. Einige Hinweise hierzu: Pflegetagebücher werden unter anderem von einigen Pflegekassen und vom Kuratorium Deutsche Altershilfe angeboten, sie bieten eine gute Hilfe zur Beurteilung des Pflegebedarfs. Sinnvoll ist es, mindestens 14 Tage ein solches Pflegetagebuch zu führen, dies gibt eine gute Grundlage für das Gespräch mit dem Gutachter.

Alle Unterlagen und Berichte von Ärzten und Pflegediensten sowie Bescheinigungen anderer Sozialleistungsträger und die benötigten Medikamente sollten bereitliegen.

Die Pflegeperson und / oder ein Mitarbeiter des eventuell schon tätigen Plegedienstes sollten an dem Gespräch teilnehmen.

Im Gespräch werden auch sehr persönliche und intime Fragen, z. B. zur Körperpflege, gestellt. Vielen Pflegebedürftigen ist es peinlich, hier ein Defizit gegenüber einem Fremden einzugestehen. Eine wahrheitsgemäße Antwort auf solche Fragen ist aber ganz wichtig, weil ansonsten die Gefahr besteht, dass wesentliche Leistungen nicht bewilligt werden.

Gerade verwirrte Pflegebedürftige können zu ihrem tatsächlichen Hilfebedarf keine konkreten Aussagen treffen. Den Pflegepersonen wiederum fällt es schwer, in Gegenwart des Pflegebedürftigen dazu offen Auskunft zu geben. Der Gutachter muß aber auch dem Pflegenden die Möglichkeit geben, allein mit ihm zu sprechen, unter Umständen sogar ein Gespräch außerhalb der Wohnung des Pflegebedürftigen vereinbaren.

Wenn der Gutachter nicht von sich aus relevante Fragen zum Hilfebedarf stellt, sollten die Angehörigen selbst entsprechende Informationen einbringen.

Die zeitliche Einschätzung des Hilfebedarfs durch den Gutachter weicht in einigen Fällen von den zeitlichen Angaben der Angehörigen ab. Für diese Fälle ist es gut zu wissen, dass der Gutachter bei privaten Pflegepersonen nicht die gleichen Maßstäbe ansetzen kann wie für professionelle Kräfte. Wichtig in diesem Zusammenhang ist immer zu wissen, dass die Pflegezeit sich am Tempo des Pflegebedürftigen zu orientieren hat. Gerade bei Demenzkranken ist es wichtig, dass die Pflege in Einzelschritte unterteilt wird, um die Selbständigkeit des Pflegebedürftigen zu erhalten. Auch eine Anleitung und Unterstützung ist anrechenbare Pflegezeit im Sinne der Pflegeversicherung.

Anleitung, Unterstützung und Eingehen auf Ängste, Unsicherheiten, Aggressionen, fehlende Motivation oder Unruhe während einer Pflegeverrichtung ist Pflegezeit.